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Allgemeines über die Literatur aus und über Südafrika in Europa
Wie bereits oben beschrieben, hat mittlerweile fast jeder bekannten Reisbuchverlage einen Reiseführer im Angebot, aber bei diesen legt man - so scheint es uns - oftmals kaum Wert auf Qualität, Aktualität und den Informationsgehalt. Bei
einigen Verlagsausgaben hat man das echte Gefühl, dass die Verlage den Anschluss nicht verpassen möchten und lieber ein schlechtes - als gar kein - Buch herausgeben.
Bei Romanen aus und über Südafrika sieht es allerdings noch viel schlechter aus. Nur langsam fangen die meisten europäischen Verlage an, südafrikanische Literatur in ihr Programm aufzunehmen und selbst die
südafrikanischen Literaturnobelpreisträger, John M. Coetzee und Nadine Gordimer, haben es schwer. Aber vielleicht kommen durch deren internationaler Erfolg, endlich auch Literatur anderer hervorragender südafrikanischer Schriftsteller auf die europäischen Ladentische.
Geschichtliche, politische oder wirtschaftliche Sachbücher über bzw. aus Südafrika werden von den meisten europäischen Verlagen so gut wie gar nicht mehr ins Programm aufgenommen, obwohl es gerade wegen der
seit 1994 vorangetriebenen Demokratisierung viele neue Erkenntnisse gibt. Recherchen waren in früheren Jahren viel schwieriger, aber einige sind trotz der erschwerten früheren Bedingungen immer noch aktuell und aber die meisten heute noch aufgelegten in den Buchhandlungen
vorhandenen Bücher sind völlig überholt. Die Bedingungen, auch die allgemeine geschichtliche Aufarbeitung ist durch die Öffnung der nationalen Archive einfacher und denoch gibt es kaum noch Sachbücher über Südafrika. Allgemeines über die Literatur Südafrikas
Die ursprünglichen und auch die auch die aus Zentralafrika eingewanderten Bevölkerungsgruppen kannten bis in die Mitte des 19. Jahrhundert keine Schriftsprache. Die Erfahrungen und auch Lyriken wurden damals von Generation zu Generation mündlich überliefert. Aber in Europa
war es um diese Zeit kaum anders. Über 80 Prozent der von Europäern abstammenden Bewohner oder auch Zuwanderer Südafrikas konnte um am Ende des 19. Jahrhunderts nicht lesen oder schreiben. Durch die Missionare erhielten die schwarzen und farbigen Bewohner Südafrikas zunächst
teilweise eine bessere Schulbildung als die Weißen.
Auch die Europäer waren damals nicht Besser gesellt, da es zwischen 1652 und der Mitte des 19. Jahrhunderts über Südafrika meist nur kurze - trotz langjährigen Aufenthalt - Reiseberichte über das Land am Kap gibt. In dieser Zeit lebet aber auch meist nur Bauern, Handwerker
oder Soldaten, aus der ganzen westlichen Welt, am Kap und von diesen oder über die Bewohner gibt es wenige überlieferte Literatur.
Ende des 19. Jahrhundert wanderten viele europäische Lyriker sowie auch andere Künstler ins südliche Afrika, gleichzeitige gibt es aus dieser Zeit bereits Aufzeichnungen von Missionaren.
Südafrika brachte und bringt eine Vielzahl hervorragender Lyriker und Romanciers hervor.
Samuel E. K. Mqhayi schrieb sein umfassendes Werk im Xhosa-Dialekt und stellte dessen Eignung für die Literatur unter Beweis. Als Reaktion auf die Demütigungen, die Schwarzafrikaner durch weiße Südafrikaner erlitten, schilderten Romanciers wie T. Mofolo und Solomon T. Plaatje
das Leben der Schwarzen in seiner Komplexität und Tiefe. Mofolos dritter Roman, "Chaka" (1925) erzählt die Geschichte des Zulukriegers Shaka aus dem 19. Jahrhundert. Der in Sotho, Mofolos Muttersprache, geschriebene Roman gilt als Klassiker des modernen afrikanischen Romans.
Plaatjes Abenteuerroman "Mhudi" (1930), in dessen Mittelpunkt Chakas Stellvertreter Mzilikazi steht.
Aufgrund der politischen Verhältnisse verließen Mitte des 20. Jahrhunderts viele schwarze Südafrikaner ihre Heimat. Zu den Emigranten gehörten P. Abrahams und E. Mphahlele. In seiner Autobiographie "Tell Freedom" (1954) beschreibt Abrahams die rassistische Unterdrückung, die
er als Kind in Johannesburg erleiden musste. In dem kritischen Werk "The African Image" (1962) behandelt er sowohl die von schwarzen als auch weißen Afrikanern verfasste Literatur. Er beklagt ihre Obsession mit der Rassenfrage und fordert eine tiefer gehende Darstellung
fiktionaler Charaktere, die Aspekte berücksichtigt, die über das Verhältnis der Rassen zueinander hinausgehen.
Weitere bekannte Schriftsteller sind der in Xhosa schreibende A. Jordan und der Zulu-Lyriker R. Dhlomo. Die Prosaschriftsteller A. Guma und B. Modisane sowie der Dramatiker und Kritiker L. Nkosi erlangten nach 1950 internationale Anerkennung.
Zu den bekanntesten schwarzen Lyrikern Südafrikas, die sich gegen die Apartheid-Politik engagieren, zählt D. Brutus. Sein berühmtestes Werk, "Sirens Knuckles Boots "(1963), schildert die Auswirkungen rassistischer Unterdrückung auf das Alltagsleben.
Weiße Südafrikaner verfügen über eine lange literarische Tradition, sowohl in Afrikaans als auch in englischer Sprache. Zu den Schriftstellern, die in Afrikaans schreiben und sich besonders mit den Folgen der Apartheid auseinander setzen, zählen die Lyriker D. J. Opperman und
B. Breytenbach und Romanciers wie John M. Coetzee, Verfasser von "Leben und Zeit des Michael K". Zu den englischsprachigen Schriftstellern gehört Olive Schreiner, sein Roman "Geschichte einer afrikanischen Farm" (1883,) gilt aufgrund seiner bahnbrechenden Untersuchung des
Verhältnisses der Rassen und Geschlechter als Klassiker.
Die Ungerechtigkeit der südafrikanischen Rassengesetzgebung und die Auswirkungen auf das private Leben spiegelt sich in den Werken einer ganzen Reihe international anerkannter englischsprachiger Autoren des 20. Jahrhunderts wieder.
Dazu zählen Romanciers wie A. Paton "Denn sie sollten getröstet werden" (1948;), D. Lessing, N. Gordimer, die 1991 den Nobelpreis für Literatur erhielt, und Südafrikas bekanntester Dramatiker A. Fugards Stücke, "Blutsband "(1961), "Buschmann und Lena" (1969) "Master Harold
und die Boys" (1982) üben offene Kritik an der Staatspolitik und legten den Grundstein für das engagierte moderne Theater Südafrikas.
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